Rostocker Staatsanwaltschaft gibt Freilassung des Verdächtigen bekannt: Fall Fabian offiziell abgeschlossen, weil…

Rostock/Reimershagen – Was monatelang wie ein klassischer Mordfall aussah, endet mit einem Paukenschlag: Die Staatsanwaltschaft Rostock hat den 38-jährigen Hauptverdächtigen aus der Untersuchungshaft entlassen und das Verfahren gegen ihn eingestellt. „Es liegen keine ausreichenden Beweise für eine Tatbeteiligung vor“, erklärte Oberstaatsanwalt Dr. Michael Kühne gestern Nachmittag. Der Fall des vermissten und später tot aufgefundenen Fabian S. (Name von der Redaktion geändert) gilt damit offiziell als abgeschlossen – zumindest vorläufig.
 
 
Noch vor wenigen Wochen sah alles anders aus. Nach mehreren Zeugenaussagen hatten Spezialkräfte der Polizei großangelegte Durchsuchungen auf zwei Anwesen in Reimershagen und Rum Kogel durchgeführt, nur wenige Kilometer vom Leichenfundort entfernt. Der schwarze Geländewagen des Verdächtigen wurde beschlagnahmt und kriminaltechnisch auf Spuren untersucht. Die Ermittler gingen damals von einem Tötungsdelikt aus und vermuteten, dass Fabian bereits am Tag seines Verschwindens, dem 10. Oktober, getötet wurde. Das Motiv blieb im Dunkeln.
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Kriminologieprofessor Christian Matzdorf von der Universität Rostock hatte die monatelange Informationssperre der Ermittler öffentlich verteidigt: „Die anfängliche Geheimhaltung war taktisch klug – sie hat entscheidende Beweismittel geschützt.“ Doch genau diese Beweise fehlen nun offenbar. Weder an Kleidung, Fahrzeug noch auf den durchsuchten Grundstücken konnten die Kriminaltechniker belastbare Spuren sicherstellen, die den Verdächtigen eindeutig mit dem Tod von Fabian in Verbindung bringen.
Für die Familie des Opfers kommt die Entscheidung einem Schlag ins Gesicht gleich. „Wir hatten gehofft, endlich Gewissheit zu bekommen“, sagte Fabians Schwester gestern unter Tränen vor dem Rostocker Landgericht. Die Staatsanwaltschaft betont jedoch, dass das Verfahren jederzeit wieder aufgenommen werden könne, sollten neue Beweise auftauchen.
Ein Fall, der ganz Mecklenburg-Vorpommern in Atem hielt, endet vorerst mit mehr Fragen als Antworten. War es wirklich nur ein tragischer Unfall? Oder konnte ein Täter alle Spuren verwischen? Die Akte „Fabian S.“ ist geschlossen – doch für viele bleibt sie im Kopf offen.


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